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Es ist kein Zufall, dass fast überall auf den Azoren Kühe auf den saftigen Wiesen grasen, ist doch die Viehwirtschaft von
großer Bedeutung. Milchprodukte wie der ausgezeichnete azoreanische Käse (berühmt: Käse von São Jorge und Flores) und Rindfleisch sind wahre Exportschlager. Die Viehhaltung und Milchwirtschaft steht heute in der
Landwirtschaft an erster Stelle; sie macht etwa 70% aller azorianischen Ausfuhren aus. Ungefähr 25% der in Portugal konsumierten Milch stammt von den Azoren. Es erfolgt die Schlachtung von 25.000 Rindern jährlich
(hauptsächlich Eigenbedarf) und Lebendexport von rund 50.000 Rindern.
Getreide und Feldfrüchte werden kaum noch angebaut, mit Ausnahme von Mais, der zumeist als Viehfutter Verwendung findet. In
Bäckereien wird aber das schwere, ziemlich feuchte und leicht süßliche Maisbrot
angeboten. Hier gilt: probieren! Als Besonderheit gibt es auf São Miguel bis heute den Anbau von Tabak (an der feuchten Nordküste), Tee (bei Gorreana und Porto Formoso liegen die einzigen Teeplantagen Westeuropas) und Ananas.
Trotz der fischreichen Gewässer um die Azoren spielt die Fischerei hingegen keine große Rolle und ist mehr auf den Eigenbedarf ausgerichtet.
Der Export landwirtschaftlicher Produkte spielte auf den Azoren stets eine große Rolle. Bis 1550 erfolgte Weizenanbau. Die
fruchtbaren Böden waren hierfür eine gute Voraussetzung; der Weizen wurde in die portugiesischen Kolonien Nordafrikas exportiert. Im 16. Jh. begann die Ausfuhr von Färber-Waid (Isatis tinctoria, port. pastel;
daraus wurde der blaue Farbstoff Indigo gewonnen; bis zum 17. Jh.) und Orseilleflechte
(port. urzela; ergibt einen rötlich-braunen Farbstoff; bis Mitte des 19. Jh.) für die Textilindustrie nach Flandern. Ihren
Niedergang erlebten diese pflanzlichen Färbemittel mit der Entwicklung künstlicher Farbstoffe. Außerdem war der Weinbau bis zur Zerstörung der Weinkulturen durch Mehltau und die Reblaus im 19. Jh. wirtschaftlich
bedeutsam. Im 17. Jh. wurden Mais (Zea mays), Süßkartoffeln (Ipomoea batatas) und Yams (Colocasia esculenta) auf den Azoren eingeführt. 1700-1850 erfolgte der Orangenanbau für den Export nach England und die Vereinigten Staaten. Wie die Weinreben wurden auch die Orangen Mitte des 19. Jh. von Schädlingen befallen. Eine Sonderrolle spielten ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. der Anbau von Tee, Tabak, Zichorie (für Ersatzkaffee) und Ananas.
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