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Seit der Mitte des 19. Jh. gab es Überlegungen, ein Telegrafenkabel zwischen England, Portugal und den Vereinigten Staaten zu
verlegen, das quer durch den Atlantik über die Azoren führen sollte. Aufgrund der Lage erwies sich Faial als besonders geeignete Insel. Mit der Verlegung des ersten Unterseekabels von Carcavelos bei Lissabon nach
Horta begann sich die Stadt ab dem 22. August 1893 zu einem Knotenpunkt der transatlantischen Kommunikation zu entwickeln. Hier gingen die Unterseekabel der Telegrafen- und Telefongesellschaften nach tausenden von
Kilometern zur Signalverstärkung an Land. Horta erlebte infolgedessen einen einzigartigen wirtschaftlichen Aufschwung. 1928, auf dem Höhepunkt des Telegrafennetzes, liefen in Horta 15 Drähte aus Europa und
Nordamerika sowie (über die Kapverden) aus Afrika und Südamerika zusammen. Die Häuser der damals in Horta ansässigen ausländischen Telegrafengesellschaften, die so genannten Kabelkolonien, sind bis heute erhalten
und prägen in ihrer besonderen Bauweise das Stadtbild. Hierzu gehören die schmucken Gebäude der Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft (DAT; heute Behörden) und der amerikanischen Western Union Telegraph
Company (WU; heute Hotel Fayal). Die Ausländer – Engländer, Amerikaner, Deutsche und Franzosen – ließen schon damals die Preise in die Höhe treiben; noch heute ist Horta die teuerste Stadt der Azoren, da viele
Lebensmittel eingeführt werden müssen. Gleichzeitig verliehen die Ausländer der Stadt einen internationalen Flair.
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Die Deutsch-Atlantische Telegraphengesellschaft (DAT) stellte 1900 eine erste Verbindung zwischen Horta und der
Ostfrieseninsel Borkum sowie nach Manhatten Beach (New York) her. Das Kabel wurde im Ersten Weltkrieg gekappt, aber ab 1919 wurde der Betrieb wieder aufgenommen und es entstanden die fünf schmucken, bis heute
erhaltenen Gebäude. In dem Haus mit Portikus und Uhrtürmchen, der so genannten Casa do Relógio, befindet sich an der Seite eine verglaste Veranda. Die Buntglasfenster (siehe die Fotos) zeigen den Reichsadler („Mit
Gott für Kaiser und Reich“) und die Wappen der deutschen Länder. In dem etwas erhöht stehenden Haus an der Rua Marcelino Lima, abgesetzt von den anderen Häusern, residierte einstmals der Direktor der DAT (heute
Konservatorium).
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