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Trotz äußerlicher Ähnlichkeit ist der Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris diomedea ssp. borealis; portugiesisch cagarro/a) mit seinem grau-braunen Gefieder nicht mit den Möwen verwandt, sondern vielmehr ein Verwandter der Albatrosse, die in den südlichen Ozeanen vorkommen. Sturmtaucher können bis über 40 Jahre alt werden. Es gibt rund 20 verschiedene Sturmtaucher-Arten der Gattungen Calonectris und Puffinus,
die alle hervorragende Flugakrobaten sind und dicht über der Meeresoberfläche fliegen – daher auch ihr Name. Der Auftrieb über den Wellen reicht bis 30 cm über der Wasseroberfläche; die Sturmtaucher segeln mit dem
Auftrieb (kaum Flügelschlag). Vom Wasser fliegen sie los, indem sie mit den Füßen laufen.
Der Vogel ist hervorragend an ein küstennahes Leben angepasst. Ernährung, Rast und Paarung finden auf dem offenen Meer statt,
wo sich der Vogel auch schwimmend im Wasser erholt. Nur zum Nisten kommt er an Land, wo er unbeholfen und leicht angreifbar ist. Der Gelbschnabel-Sturmtaucher brütet auf Inseln im östlichen Atlantik und Mittelmeer.
In den Gewässern der Azoren ist die Subspezies borealis anzutreffen, deren größter Teil hier (insbesondere auf der Mittelgruppe) nistet. Die beiden anderen Unterarten kommen hauptsächlich auf den Kapverden bzw. im Mittelmeerraum vor.
Gelbschnabel-Sturmtaucher sind Zugvögel, die weite Strecken auf dem offenen Meer zurücklegen. Im März kommen sie zu den
Azoren, um an den Küsten zu nisten. Die Vögel brüten in Kolonien und graben ihre Nisthöhlen mehrere Meter tief in die Klippen oder benutzen natürliche Fessspalten. Das Weibchen legt im Mai ein einziges weißes Ei,
das von beiden Eltern 55 Tage lang bebrütet wird. Männchen und Weibchen lassen sich äußerlich nicht unterscheiden. Nachdem das Junge Ende Juli schlüpft, verzehntfach es sein Gewicht innerhalb eines Monats. Das Nest
wird von den Eltern nur nachts zur Fütterung aufgesucht; tagsüber bemerkt man die Vögel kaum. Brütende Vögel, die am Tage auf Nahrungssuche waren, kehren in der Dämmerung zum Nest zurück. Sobald es dunkel wird,
fliegen sie die ganze Nacht mit seltsam heiserem Ruf an der Küste umher.
Nach der Brutzeit ziehen die Eltern Ende Oktober von den Küsten weg, bleiben aber ihr ganzes Leben lang zusammen. Einige Vögel
ziehen zum Überwintern in die südliche Hemisphäre, d.h. bis an die amerikanische bzw. afrikanische Atlantikküste. Das Junge ist anfänglich ziemlich gefährdet, zumal künstliche Lichter es verwirren können. Es wird
mit sieben bis acht Jahren geschlechtsreif und lebt in dieser Zeit ausschließlich auf dem offenen Meer.
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