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Das genaue Datum der Entdeckung und Erstbesiedlung ist unbekannt. Vor der Entdeckung durch die Portugiesen war die Insel
bereits in verschiedenen Atlanten des 14. Jh. mit dem Namen des heiligen Georg verzeichnet, namentlich im „Libro del Conoscimiento“ (1345), dem Atlas Catalão (1375) und dem Atlas de Pinelli (1384), um nur einige zu
nennen. Hinsichtlich ihres Namens erscheint es wahrscheinlich, dass die Insel am 23. April, dem Tag des heiligen Georg, entdeckt wurde. Überdies mochte ihre Form die Seefahrer an das Symboltier des Heiligen, den
Drachen, erinnert haben. Im Atlas Catalão (1375) taucht die Insel bereits unter dem Namen “Sant Zorge” auf.
Die erste Erwähnung von São Jorge erfolgte 1439. In den 1430er Jahren wurde die Gegend um Topo nachweislich aufgeteilt und
hier Vieh ausgesetzt. Die Besiedlung jedoch, die von Terceira aus durch Portugiesen aus verschiedenen Provinzen erfolgte, begann erst später – wahrscheinlich ab 1451 – und erfolgte zunächst in der Gegend um Velas.
Dann folgten Ansiedlungen bei Rosais und Urzelina/Manadas. Am spätesten wurde schließlich – auf Betreiben des flämischen Edelmanns Wilhelm Van der Hagen, der um 1470 nach São Jorge kam – der äußerste Osten der Insel
(Topo) besiedelt. Hier starb er hochgeehrt wegen seiner Tugenden unter seinem inzwischen übersetzten Namen Guilherme da Silveira. Die Insel ist 1460 im Testament Prinz Heinrichs genannt. Hierin erwähnt er eine dem
heiligen Georg geweihte Kirche auf der Insel. Die Capitania, das Erblehen der Insel, wurde 1483 João Vaz Corte-Real anvertraut, dem Capitão do Donatário von Terceira. Nach seinem Tod folgte ihm 1496 sein Sohn Vasco
Annes Corte-Real, der ebenfalls über beide Inseln herrschte.
Die Flamen, die sich infolge Wilhelm Van der Hagens auf der Insel niederließen, wurden – ungeachtet ihrer großen Zahl –
hinsichtlich ihrer Sprache, den Trachten und den Traditionen rasch von den Portugiesen, die die Bevölkerungsmehrheit bildeten, absorbiert. In der 2. Hälfte des 16. Jh. hatte São Jorge 3000 Einwohner und drei vilas (Kleinstädte): Velas (Stadtrechte um 1500), Topo (1510) und Calheta (1534). Offiziell erhielt Topo erst 2003 Stadtrechte.
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