Andreas Stieglitz
São Sebastião
Ponta Delgada

Nach dem Erdbeben von 1522, als die alte Hauptstadt Vila Franca do Campo zerstört wurde, gewann Ponta Delgada an Bedeutung und wurde 1546 zur Stadt erklärt. Das 18. Jh. war eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit, die auf dem Orangenexport (vor allem nach England) basierte. Saint Michael’s Oranges waren damals jedermann in England ein Begriff. In dieser Zeit wurden zahlreiche prächtige Barockkirchen, Klöster und Herrenhäuser (port. Solar bzw. Quinta) gebaut. Die Bauwerke wurden mit kunstvollen Steinmetzarbeiten, Kacheln (Azulejos) und Holzschnitzereien verziert. 1783 wurde das dreibogige Hafentor in Ponta Delgada (Portas da Cidade) erbaut (siehe Foto). Die Altstadt von Ponta Delgada steht heute vollständig unter Denkmalschutz. Es gibt zahlreiche prächtige Kirchen, Klöster und Häuser. Das Gehwegpflaster der schmalen, langen Straßen ist mit schwarz-weißen Mustern (schwarz: Lavagestein von der Insel, weiß: Marmor vom Festland) verziert. Die Stadtpfarrkirche (Matriz) São Sebastião ist ein besonders schönes Beispiel für den manuelinischen Stil.

Altes Stadttor (Portas da Cidade) von Ponta Delgada