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In heimatlichen Gefilden erwartet man meist sehnlichst den Ausläufer des Azorenhochs, doch nun, da man endlich dort angekommen
ist, wo es zu Hause ist, reibt man sich verwundert die Augen. Kein ewiger Sonnenschein und wolkenlos blauer Himmel? Das feuchte subtropische Seeklima macht der Sonne oft einen Strich durch die Rechnung. Im Sommer,
wenn der Kern des Azorenhochs im Bereich des Archipels liegt, bilden sich in der aufsteigenden feuchtwarmen Luft im Tagesverlauf rasch Quellwolken, die insbesondere über den Berggipfel hängen, während an der Küste
die Sonne scheint. Im Winter, wenn sich das Azorenhoch nach Süden verlagert, gewinnt sein Gegenspieler, das Islandtief, manchmal Einfluss auf die Azoren. Stürmische Winde und starke Regenfälle sind dann gelegentlich
die Folge. Dennoch sind auch im tiefsten Winter herrliche Tage mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel keine Seltenheit. Wer die Azoren zur Hortensienblüte erleben möchte, sollte zwischen Mitte Juni und Ende
Juli kommen.
Kalt wird es dank des warmen Golfstroms nie. In Ponta Delgada liegen die Tagestemperaturen im Januar bei angenehmen 17°C, im
Juli bei 25°C. Die Luftfeuchtigkeit ist ziemlich hoch und liegt meist zwischen 75% und 90%. Bei sommerlichen Temperaturen wird das regelrechte Treibhausklima manchmal als schwül und drückend empfunden. Der
Pflanzenwelt bekommt dieses Waschküchenwetter freilich ganz wunderbar, zumal die Lage der Azoren weit draußen im Atlantik dafür sorgt, dass sich die feuchten ozeanischen Luftmassen auch ausgiebig auf den Inseln
abregnen - nicht umsonst sind sie so grün! Die Niederschlagswerte auf dem Archipel nehmen von Ost nach West stark zu; in Santa Cruz das Flores regnet es doppelt so viel wie in Ponta Delgada.
Das Wetter ist jedoch selten auf einer Insel gleichförmig. Bei Berücksichtigung der Windrichtung kann man meist auf die dem
schlechten Wetter abgewandte Leeseite ausweichen oder sich an der Küste aufhalten, wo die Sonne ohnehin viel häufiger scheint als in den Bergen.
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