Andreas Stieglitz
Graciosa

Graciosa, die ›Liebliche‹, ist die zweitkleinste Azoreninsel. Sanft ansteigende Bergrücken (serras) und flache Kuppen prägen ihr Landschaftsbild. Mit einer maximalen Höhe von 398 m ist sie die niedrigste Insel des Archipels. Das Fehlen größerer Erhebungen erklärt die relative Niederschlagsarmut; die Wahrscheinlichkeit, sonnige oder zumindest regenfreie Tage genießen zu können, ist auf Graciosa höher als auf den übrigen Inseln der Mittelgruppe.

Ganze 5000 Bewohner zählt Graciosa. Aufgrund des relativ trockenen Klimas sind die Dörfer über die ganze Insel vestreut und nicht auf die Küste beschränkt. Das fruchtbare Land wird überwiegend ackerbaulich genutzt und ist von zahlreichen Steinmäuerchen unterteilt. Zum Reiz der Landschaft tragen auch die Windmühlen mit ihren roten Hauben bei, von denen viele in jüngster Zeit renoviert wurden. Die kleine gepflegte Hauptstadt Santa Cruz verrät, warum Graciosa den Beinamen Ilha Branca - Weiße Insel - trägt: traditionell werden die Häuser weiß getüncht. Sehenswert ist neben den Kirchen das Volkskundemuseum mit seiner interessanten Sammlung von landwirtschaftlichen Gerätschaften und Walfängerbooten.

Im Südosten der Insel liegt die Caldeira, ein großer Vulkankrater, der in seinem Innern eine besondere Attraktion birgt: Hier liegt die Furna do Enxofre (›Schwefelhöhle‹), eine gewaltige Grotte mit einem unterirdischen Kratersee.