Andreas Stieglitz
Horta
Capelinhos
Unterseekabel
Faial

Faial (abgeleitet von faya, dem endemischen Gagelbaum) steigt auf allen Seiten recht gleichmäßig von der Küste zur etwa in der Inselmitte gelegenen Caldeira an. Am Kraterrand erhebt sich der Cabeço Gordo - mit 1043 m der höchste Gipfel der Insel. An der Küste wechseln steile und felsige Abschnitte mit einigen wunderschönen Sandbuchten, die zum Baden einladen. Der Ostteil Faials bietet eine liebliche Landschaft mit sanften Hängen und lang gestreckten Bergrücken, zwischen denen sich freundliche Ortschaften ausbreiten. Ilha Azul - Blaue Insel - taufte sie der Schriftsteller Raul Brandão aufgrund der Hortensienhecken, die entlang von Feldrainen, Weidegrenzen und Wegrändern gedeihen.

Von der Caldeira nach Westen verläuft eine Kette kleinerer Vulkankegel, das geologische Rückgrat der Insel - eine grüne, aber rau wirkende und nur dünn besiedelte Cegend. Am Ende dieser tektonischen Störungslinie brach 1957/58 der Vulcão dos Capelinhos vor der damaligen Westspitze Faials aus, um nach gewaltigen Eruptionen die Insel um 2,4 qkm zu vergrößern. Nirgendwo auf den Azoren sind die Folgen eines Vulkanausbruchs so eindrucksvoll zu sehen wie hier. Bereits knapp 300 Jahre zuvor hatte ein Vulkanausbruch die Menschen in Angst und Schrecken versetzt: 1672 brach im Nordwesten der Insel der Cabeço do Fogo aus; 200 Opfer waren zu beklagen.

Die lebendige Hauptstadt Horta war über Jahrhunderte ein wichtiger Hafen für den Schiffsverkehr zwischen Europa und Amerika. Noch heute ist Horta obligatorischer Zwischenstopp für alle Hochseesegler auf der großen Atlantik-Passage. Viele von ihnen verewigen sich an der berühmten Hafenmauer mit einem Bild. Peter's Café Sport an der Uferpromenade ist allabendlicher Treffpunkt der Skipper.

Geheimnisvoll: die große Caldeira von Faial

Monte Queimado und Monte da Guia

Diese beiden „Hausberge“ von Horta, die die Bucht von Porto Pim einrahmen, stehen seit 1980 unter Landschaftsschutz. Der 86 m hohe Monte Queimado („Verbrannter Berg“) ist ein junger Vulkan vom Stromboli-Typ aus Pyroklasten, während der sehr viel größere Lavakegel des Monte da Guia durch eine submarine Eruption (Surtsey-Typ) entstanden ist. Er besteht aus einem Doppelkrater, der sich auf der Südseite zum Meer hin öffnet. Die so gebildete, 500 m lange und 250 m breite Lagune heißt Caldeira do Inferno, auch Caldeirinhas genannt.