Andreas Stieglitz
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Azoren

Die Azoren — ein geheimnisvoll klingender Name, der unbekannte Sehnsüchte weckt. Ich musste an eine Inselwelt inmitten eines azurblauen Ozeans denken, als ich zum ersten Mal den Gedanken fasste, auf die Azoren zu reisen. Doch wo befanden sich diese Inseln, die ich nur vom Wetterbericht her kannte und mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein in Verbindung brachte? Die portugiesischen Seefahrer mussten im 15. Jahrhundert gefahrvoll weit segeln: rund 1500 Kilometer sind es von Lissabon auf dem Weg in die Neue Welt. Die Seefahrer sollen die Azoren übrigens nach den zahlreichen Bussarden benannt haben, die sie für Habichte — portugiesisch açores — hielten.

Neun Inseln sind es weit draußen im Atlantik, allesamt vulkanischen Ursprungs. Aus mehreren tausend Metern Tiefe steigen die Azoren bis über den Meeresspiegel auf. Es sind nicht die Überreste des sagenumwobenen Kontinentes Atlantis, der einst im Ozean versunken sein soll, aber einen geheimnisvollen Reiz strahlt diese leuchtend grüne Inselwelt doch aus... erhabene Berge und stille Täler mit üppiger, subtropischer Pflanzenwelt, verwunschene Kraterseen von überwältigender Schönheit, liebliches Hügelland mit saftigen Wiesen und Feldern, durchzogen von schier endlosen Hortensienhecken, und grandiose Küsten, an denen malerische Dörfer und historische Städtchen liegen.

Der höchste Berg Portugals, Pico, erhebt sich hier 2351 m aus dem Meer, auf Graciosa gibt es einen unterirdischen Kratersee inmitten einer riesigen Grotte, und im Talkessel von Furnas auf São Miguel brodeln heiße Schwefelquellen. Die immergrüne Parklandschaft der Azoren steckt voller Überraschungen und lädt zum Wandern ein, ein Traumziel für jeden, der Natur, Ruhe und Ursprünglichkeit sucht. Und dann die liebenswürdigen Menschen: freundlich und hilfsbereit, mit ehrlichem Interesse an den Fremden, die ihre abgeschiedene Welt besuchen. Wer einmal hier war, wird sicherlich fasziniert wiederkommen.

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